Alle Beiträge von Stefan

Der Geschmack von Rost und Knochen (OT: De rouille et d’os)

1

Allein der grandiose Titel und seine unzähligen, verschiedenen Deutungsmöglichkeiten machten mich überdurchschnittlich neugierig auf den Film von Jacques Audiard, dem Regisseur von „Ein Prophet“. Hinzu kommt, dass ich französische Produktionen (und Marion Cotillard) grundsätzlich sehr, sehr gern mag. So gut wie jeder weiß, dass ich kleine Arthaus-Filme schon immer den populären und actionreichen Blockbustern vorgezogen habe. Anhand von „De rouille et d’os“ wurde mir nun erneut deutlich vor Augen geführt, warum dies so ist.

Der Geschmack von Rost und Knochen (OT: De rouille et d’os) weiterlesen

Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (OT: Life of Pi)

2

Nach den positiven Kritiken im Forum, hervorragenden Einspielergebnissen in Deutschland sowie der Verkündung von insgesamt 11 (!) Oscarnominierungen, hatte sich wirklich eine gewisse Spannung und Erwartungshaltung meinerseits aufgebaut, und das, obwohl ich der Handlung (und im Übrigen auch dem Genre des Tierfilms) von Anbeginn nicht allzu viel abgewinnen konnte. Dennoch gab ich „Life Of Pi“, auch wenn die Romanvorlage nicht kenne, eine Chance beziehungsweise versuchte ich es nach Sichtung der ersten Minuten mehr und mehr krampfhaft.
Life of Pi: Schiffbruch mit Tiger (OT: Life of Pi) weiterlesen

Anna Karenina

Wie hat es mich beglückt, als ich hörte, dass Leo Tolstois „Anna Karenina“, einer meiner absoluten Lieblingsromane aller Zeiten, erneut auf die Leinwand gebracht werden sollte. Und wie enttäuscht war ich, als feststand, dass ausgerechnet Keira Knightley, welche mich bisher noch nie wirklich überzeugen konnte, die Hauptrolle übernehmen würde. Schließlich tritt sie somit das schwere Erbe u.a. von Greta Garbo und Vivien Leigh an, welche die russische Adlige schon vor Ewigkeiten eindrucksvoll verkörperten und mit welchen sie nun unweigerlich verglichen wird. Diese Besetzung ließ meine gesamte Erwartungshaltung etwas sinken, was jedoch ebenfalls daran lag, dass ich einen blutleeren Abklatsch von Joe Wrights doch recht seelenloser Literaturverfilmung „Stolz & Vorurteil“ befürchtete.
Anna Karenina weiterlesen

Liebe (OT: Amour)

Nachdem ich die scheinbar allseitige Liebe zu Hanekes vorangegangenem Film „Das Weiße Band“ nicht unbedingt geteilt habe, war ich besonders gespannt darauf, ob es mir nun bei „Liebe“ ähnlich gehen würde, schließlich gibt es in dieser Saison wohl keine Regiearbeit, die dermaßen viel Lob erhalten hat. Um es vorwegzunehmen: Ich kann mich den begeisterten Kritiken in nahezu vollem Umfang anschließen! Was für ein Film!!! Zwar gab es in unserem Kino (mal wieder) technische Probleme, sodass „nur“ die Originalversion mit deutschen Untertiteln geboten wurde, doch dies hat mich nicht gestört. Im Gegenteil! Man sah eben direkt das Original und keine dialogisch verfälschte Fassung.

Liebe (OT: Amour) weiterlesen

The Lady – Ein Geteiltes Herz (OT: The Lady)

The Lady 1

Ich kann vor allem eins sagen: Es ist schade, dass dieser Film nicht mehr Aufmerksamkeit erhalten hat beziehungsweise, dass er genau zwischen zwei Filmsaisons erschienen ist! Der Franzose Luc Besson, welcher u.a. bei „Léon – Der Profi“ Regie führte, hat sich der Verfilmung des Lebens einer außergewöhnlichen Frau, der burmesischen Politikerin und rechtmäßigen Friedensnobel- preisträgerin Aung San Suu Kyi, gewidmet und ihre beeindruckende Vita sehr glaubhaft und feinfühlig auf die Leinwand gebracht. Die Freiheitskämpferin und Oppositionsanführerin, die fünfzehn Jahre unter Hausarrest stand, wirkt, so schoss es mir sofort in den Kopf, wie eine auffällige Mischung aus Mahatma Gandhi und Margaret Thatcher und gerade das macht ihr Wirken derart bedeutsam und aktuell.
The Lady – Ein Geteiltes Herz (OT: The Lady) weiterlesen