Die dunkelste Stunde (OT: Darkest Hour)

In dieser Saison mutet die Diskrepanz zwischen den US-amerikanischen und den deutschen Kinostartterminen hinsichtlich der potentiellen Anwärter auf den wichtigsten Filmpreis der Welt ungewöhnlich, beinahe schon quälend lang an. Spätestens jetzt, pünktlich zur dicht bevorstehenden Verkündung der diesjährigen Nominierten füllen sich die Spielpläne der hiesigen Lichtspielhäuser jedoch endlich spürbar mit namhafteren Produktionen. Nach dem fast schon experimentierfreudig inszenierten „Anna Karenina“ und dem von Kritikern und Publikum gleichermaßen zerrissenen Fantasy-Epos „Pan“ wandelt Joe Wright wieder auf konventionelleren Pfaden und widmet sein treffend betiteltes Historiendrama „Die Dunkelste Stunde“ dem bedeutendsten, gleichwohl exzentrischsten Staatsmann in der ausgedehnten Geschichte des Vereinten Königreichs. Schlussendlich erweist sich die zeitnahe Inaugenscheinnahme von Wrights inzwischen siebenter Regieführung nicht nur dank seines herausragenden agierenden Hauptdarstellers als ausgesprochen heilsame Erfahrung, sondern auch wegen des unverkennbaren, gekonnt zwischen Nüchternheit und Überzeugungskraft pendelnden Gespürs für ein düsteres, folgenreiches Kapitel europäischer Geschichte, das nicht nur der bloßen Würdigung des Wirkens von Sir Winston Churchill (1874 – 1965) ausgerechnet im Jahr 2017 gefertigt worden ist. Zusätzlich dürfte es Bände sprechen, sich an einem frühen Sonntagnachmittag inmitten eines restlos ausverkauften Kinosaals wiederzufinden, das während des kompletten Abspanns innehielt…

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Meine Top-10 der schönsten Weihnachtsfilme aller Zeiten!

Nachdem ich vor nunmehr drei Jahren bereits meine Affinität für klassische Märchenfilme preisgab und ein Jahr darauf meinen persönlichen, ungeschlagen liebsten Weihnachtsfilm präsentiert habe, bildet der heutige Heiligabend wohl den perfekten Zeitpunkt, in aller Kürze auch auf andere Klassiker zu sprechen zu kommen, die zum „Fest der Liebe“ schlicht und ergreifend dazu gehören.

Ehrenvolle Erwähnungen gehen überdies an „Nightmare Before Christmas“, „Charlie & Die Schokoladenfabrik“, „Das Wunder Von Manhattan“, „Der Kleine Lord“ und sogar „Stirb Langsam“, welche allesamt fantastisch und für viele unverzichtbar sind an den Weihnachtstagen, dennoch liegen mir zehn (beziehungsweise sogar elf) Filme noch eine Kleinigkeit mehr am Herzen…

Im Namen des Teams von „Die Academy“ wünsche ich allen Lesern und Filmfans ein herrliches, gesegnetes und vor allem gesundes Weihnachtsfest!

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Star Wars: Episode VIII – Die letzten Jedi (OT: Star Wars: The Last Jedi)

Ach, wie gerne hätte ich mich meinem Kollegen Stefan seiner Stars-Rezension von „Star Wars – Die letzten Jedi“ angeschlossen, aber so ganz kann ich mich bei den positiven Worten nicht einklinken. Ich sehe nicht, dass die Macher nach dem zusammen geklauten letzten Teil aus Episode IV und V neues Terrain wagen, so dass ich es nicht einfach bei einem Kommentar belassen und die 8/10 als bisherige einzige Forum-Wertung stehen lassen möchte…

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Star Wars: Episode VIII – Die Letzten Jedi (OT: Star Wars: The Last Jedi)

Zwei Jahre sind bereits wieder ins Land gezogen, seit „Das Erwachen Der Macht“ als Auftakt eines „Star-Wars“-Sequels die Kinosäle regelrecht eroberte, Fans der Saga und Kritiker gleichermaßen euphorisch stimmte sowie obendrein hinsichtlich des Einspielergebnisses zum dritterfolgreichsten Werk aller Zeiten avancierte. Zusätzlich erhielt der siebente Teil satte fünf Oscarnominierungen – und damit so viele wie die zwischen 1999 und 2005 veröffentlichten Episoden zusammen addiert. Auch „Die Letzten Jedi“ erlebt seit seiner Enthüllung vor wenigen Tagen in finanzieller Hinsicht erwartungsgemäß einen Bilderbuchstart, dennoch dürfte es innerhalb des inzwischen zur Oktologie herangereiften Franchises ein absolutes Novum darstellen, dass das Kritikerecho die Publikumswertung um ein Vielfaches überflügelt. Angesichts des aus meiner Sicht an Wagemut und Innovation mangelnden und allzu sichere Wege bestreitenden Vorgängers erfolgte die Inaugenscheinnahme des achten Streichs mit gedämpften Erwartungen. Freilich stellte es darüber hinaus ein risikoreiches Unterfangen dar, die Regieführung einem verhältnismäßig leinwandunerfahrenen Mann anzuvertrauen, der zuvor lediglich zwei (!) Spielfilme inszenierte, außerdem gestaltete es sich als Mammutaufgabe, narrativ mit dem viel zu frühen Tod von Carrie Fisher umgehen zu müssen. Schlussendlich jedoch hinterlässt Rian Johnson mit dem zweieinhalbstündigen Epos einen überraschend starken, bildgewaltigen, aber auch wohldurchdachten und nicht nur in handwerklichen Belangen entwaffnenden Eindruck.
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Schloss aus Glas (OT: The Glass Castle)

Seit gestern sind die Kandidaten der diesjährigen Golden Globes nunmehr allen begierigen Filmfans offenbart worden und sorgten für mehrere Überraschungen. Rückblickend und mit gewissem zeitlichem Vorlauf betrachtet, hätten viele sicherlich auch eine Produktion auf dem sinnbildlichen Nominierungszettel verortet, welche hierzulande bis dato immerhin 100.000 Zuschauer in Programmkinos zu locken vermochte. Nach dem von Kritikern wie auch von den meisten Kollegen unseres Forums hochgelobten, von mir persönlich jedoch nicht sonderlich geschätzten „Short Term 12“ erschien vor Kurzem Crettons inzwischen dritter Spielfilm, der erneut in die häufig zu Unrecht belächelte Sparte eines Independent-Filmes fällt und sich eine gewinnbringende Vorlage zu eigen macht. Basierend auf dem autobiographischen, Kindheitserinnerungen aufgreifenden Roman von Jeannette Walls gleichen Titels, welcher bei seiner Erstpublikation vor 11 Jahren wochenlang sämtliche Beststellerlisten dominierte, bebildert eine unkonventionelle Geschichte und lehrt den geduldigen Zuschauer vor allem in nachwirkender Form, dass die Familie ein voranbringendes, häufig jedoch ebenso dysfunktionales und unauswählbares Gefüge darstellt…
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Aus dem Nichts (OT: In the Fade)

Die offizielle, deutsche Entsendung für die Kategorie „Bester Fremdsprachiger Film“ erlebte seine Uraufführung bereits unter Beifallsbekundungen in Cannes und heimste den „Prix d’interprétation féminine“, was gerade hierzulande aufhorchen ließ, da es sich dabei um die deutschstämmige Diane Kruger handelte. Ungewöhnlich spät startete „Aus Dem Nichts“ schließlich am vergangenen Donnerstag auch offiziell in den meisten Kinos der Bundesrepublik. In Gestalt von „Gegen Die Wand“ und „Auf Der Anderen Seite“ kreierte der Deutsch-Türke Fatih Akin bereits zwei im multikulturellen Milieu spielende Werke, welche geradezu exzellente Kritikermeinungen generieren konnten, doch die Sichtung seiner inzwischen neunten Regieführung erscheint gerade dann als spannendes Unterfangen, wenn man bezüglich beiden Genannten über keinerlei Kenntnis verfügt. Akin selbst beschrieb sein dem eigenen Stil treubleibendes Werk als einen „Clash zwischen staatlicher Justiz und individuellem Gerechtigkeitsgefühl“ und trifft damit die in vielen Belangen unangenehme Quintessenz, die trotz reduzierter Actionszenen sowohl dröhnende Spannung als auch psychologische Dichte im Hinblick auf einen Bombenanschlag und seine einschneidenden Konsequenzen entfaltet und den Zuschauer unruhig zurücklässt…
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